Die Pflanzen haben jedoch den Nachteil, dass sie sich nicht selbst aufrecht ahlten können
und für ihre Entwicklung auf geeignete Stützen angewiesen sind. Als Kletterhilfen stehen
ihnen einerseits die vereits vorhandene Vegetation und andererseits eine große Auwahl an
künstlich geschaffenen Hilfen zur Verfügung. Hervorragende Möglichkeiten für
Kletterpflanzen bieten auch alle Fassaden, Hauswände und Mauerflächen. Außerdem finden
hier viele Kleinlebewesen einen natürlichen Lebensraum vor.Obwohl in den Gärten ein breites Spektrum unterschiedlicher Arten kultiviert
wird, sind doch nur wenige Pflanzen wie Efeu, Hopfen oder Waldgeißblatt wirklich
heimisch. Denn die meisten Arten stammen aus anderen Ländern und Erdteilen.
Interessant und von großer Bedeutung ist, dass die
Pflanzen verschiedene Mechanismen entwickelt haben mit denen sie klettern. Diese
speziellen Kletterorgane verlangen nach unterschiedlichen Hilfen.
Schlingpflanzen
umschlingen mit Stängeln und Trieben spiralförmig die
Stützvorrichtungen, wobei sie sich -rechts oder links herum- stets konstant in nur eine
Richtung winden. Vertreter der Linkswinder sind Pfeifenwinde oder Baumwürger und zu den
Rechtswindern gehört die Geißschlinge.
Rankpflanzen
klettern mit speziellen Rankorganen, in dem sie aus
Spross-, Wurzel- oder Blattknospen Rankenbilden, die unter ständigen Suchbewegungen auf
Berührungsreize reagieren und Haltefunktionen übernehmen. Dazu gehören
Pfeifenwinde, Wein, Kürbisgewächse und viele Schmetterlingsblütler.
Wurzelkletterer
benötigen keine Kletterhilfen, sie haben Haftwurzeln, die
sich fest mit der Unterlage verbinden. Zu diesen Arten gehören beispielsweise der Efeu
und die Kletterhortensie. Nicht dazu gehört der Wilde Wein, denn seine Haftorgane sind
umgebildete Ranken, die sich erst beim direkten Kontakt mit der Unterlage ausbilden und
sich dann darauf fixieren.
Spreizklimmer
sind weder mit Haftwurzeln ausgestattet, noch können sie
sich winden. Sie bewegen sich durch ihre langen sperrigen Triebe nach oben, die infolge
ihres Eigengewichts sich biegen und auf andere niedere Zweige aufliegen oder sich
untereinander verhaken. Diese Pflanzen wie Brombeeren oder Kletterrosen werden daher nur
bedingt zu den Kletterpflanzen gezählt. Sie benötigen waagerecht angeordnete
Kletterhilfen wie Gerüste oder Spaliere, dabei aber ihre natürliche Haltung bewahren und
nicht in widernatürlicher Art festgebunden werden.
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