| Kakteen bilden die artenreichste Familie
innerhalb der großen Gruppe der Sukkulenten. Mit ihrer Vielzahl und Vielfalt an Formen
lassen sie sich kaum überschauen. Am besten sind sie nach ihrer Herkunft zu
kategorisieren. Das natürliche Vorkommen der Kakteen ist auf den amerikanischen Kontinent
beschränkt. Dort erstreckt sich ihr Verbreitungsgebiet durch nahezu sämtliche Klimazonen
vom südlichen Kanada bis nach Patagonien in Argentinien und Chile. Kakteen besiedeln die
verschiedensten Lebensräume, von Tiefebenen bis zu Hochgebirgen, von Tropischen
Regenwäldern über Steppen und Halbwüste bis zu Trockenwüsten. Sie sind hauptsächlich
durch Säulen- oder Kugelformen charakterisiert, aber auch die Feigenkakteen gehören
dazu. Als Unterscheidungsmerkmale der einzelnen
Gattungen werden nicht nur Wuchs und Gliederung des Pflanzenkörpers in Rippen, Höcker
oder Warzen berücksichtigt sondern auch die Areolen. Das sind die polsterartigen
Auswüchse an den Sprossen, aus denen sich Haare, Stacheln, Blüten und Seitensprosse
entwickeln. Diese Organe entsprechen den Achselknospen oder Kurztrieben bei anderen
Pflanzen.
Kakteen können sehr unterschiedliche Größen annehmen und
bis zu fünfzehn Meter hoch werden. Dagegen bildet der kleinste Kaktus einen
flachkugeligen Körper von kaum einem Zentimeter Durchmesser. Auch die
Wuchsgeschwindigkeiten und die Lebensdauer sind sehr unterschiedlich. Langsam wachsende,
groß werdende und erst im hohen Alter blühfähige Pflanzen können -gegenüber sich
schnell entwickelnden und früh blühenden Pflanzen- bis zu 200 Jahre alt werden. So
wird die schon im zweiten Lebensjahr blühenden und reichlich Samen produzierenden
Exemplare selten älter als etwa 13 bis 15 Jahre.
Gerade der außergewöhnliche Wuchs, die Bedornung und
Farbe machen Kakteen so interessant. Eine ganz besondere Attraktivität erreichen die
Pflanzen allerdings, wenn sie zur Blüte kommen und ihre enorme Farbenpracht entfalten
können. |