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Kopfstecklinge

      

Die Vermehrung durch Stecklinge ist die am häufigsten angewandte Methode, um Pflanzen zu ziehen. Allerdings ist ein genauer Zeitpunkt nicht festzulegen, wann Stecklinge von welchen Gewächsen geschnitten werden sollen.
       
Kopfstecklinge sind die abgeschnittenen Spitzen eines fast vollentwickelten Triebs einer Mutterpflanze, die aus dem an der Basis gebildeten dünnwandigen Wundgewebe Wurzeln bilden. 
Zur Vermehrung werden die Triebspitzen in einer Länge von etwa 10 cm oder 5 - 6 Knoten abgeschnitten. Zwar spielt die Länge der Stecklinge in der Regel keine Rolle, aber schon aus praktischen Erwägungen ist diese Länge empfehlenswert.
Die Triebstecklinge werden unmittelbar unter einem Knoten oder einem Blattansatz geschnitten, denn hier ist das Kambium besonders aktiv. Das Kambium ist eine Gewebeschicht, die ständig neue Zellen bilden kann. Und aus diesem jungen Gewebe entwickeln sich oft die Adventivwurzeln.
Die Adventivwurzelbildung wird auch durch natürliche Hormone unterstützt, die sich an der Basis eines Stecklings anreichern. Um die Bewurzelung zusätzlich zu fördern und zu beschleunigen, sind die Triebe vor dem Stecken, in ein im Fachhandel zu erwerbendes Bewurzelungshormon zu tauchen.
An dem Trieb sind die unteren Blätter abzustreifen und insgesamt nur einige zu belassen. Sie sind nun die einzigen Teile, die noch assimilieren und die wichtigen Stoffe für die Wurzel- und Triebbildung aufbauen. Da diese Blätter jedoch Feuchtigkeit verdunsten, die wegen fehlender Wurzeln nicht ergänzt werden kann, muss das Verhältnis zwischen Assimilationsfläche und Verdunstungsfläche ausgeglichen werden. Dazu ist der Behälter mit den Stecklingen unter eine Plastikhaube zu stellen, so dass die Verdunstungsfeuchtigkeit aufgefangen und als Wasser wieder an den Boden zurückgegeben wird. Auf diese Weise verdunsten die Blätter viel weniger Wasser als normal.
In die gut vorbereite Bodenfläche werden die Teilstücke in ausreichendem Abstand neu eingepflanzt, so dass sie sich gut heranwachsen können.
 

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